Der Eisenhower-Quadrant


Was ist wichtig? Was ist dringend?


Der 34. amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower hat sinngemäß den Ausspruch geprägt:

„Was dringend ist, ist selten wichtig!“

Die moderne Managementliteratur hat diesen Ausspruch adoptiert und daraus den sogenannten „Eisenhower Quadrant“ oder die „Eisenhower Methode“ (…Prinzip, ….Matrix, etc.) entwickelt.
Eisenhower dürfte eine Vorliebe für punktgenaue, einfach zu befolgende Maxime gehabt haben. Einer seiner oft zitierten Aussprüche war:

„Was nicht auf einer einzigen Manuskriptseite zusammengefasst werden kann,
ist weder durchdacht noch entscheidungsreif.“

Das Prinzip von Eisenhowers Denkweise hat jedoch enorme Vorteile für intuitives Handeln. Ohne viel Analyse und logischem Zerpflücken kann man Dinge bzw. Umstände, sehr einfach ein- bzw. zuordnen. Dadurch umgeht man die logische „linke“ Gehirnhälfte und bringt die rechte Gehirnhälfte mehr ins Spiel. Die rechte Gehirnhälfte ist der Sitz der Intuition und Emotion. Was bringt es uns schließlich, wenn wir zwar logisch richtig gehandelt haben, aber dies von einem schlechten Gefühl begleitet ist?

Der Eisenhower – Quadrant:


Ordnen wir nun alle Begebenheiten und Themen unseres Lebens der Eisenhower-Matrix zu, so ergibt sich folgendes Bild:

nicht wichtig – nicht dringend:
Bild "Eisenhower_600_450.jpg"
Zeit- und Energiefresser. Hier sind all die Dinge angesiedelt, die eigentlich mittelfristig nicht auffallen würden, wenn wir ihnen überhaupt keine Beachtung schenken würden.
z.B.: In 5 Monaten ist es gänzlich unwichtig, ob ich mich heute beim Autofahren aufgeregt habe und diesen Umstand allen möglichen Gesprächspartnern kundgetan habe. In einem Jahr ist es völlig nebensächlich, ob ich mir heute die Tagesnachrichten angesehen oder eine Tageszeitung gelesen habe. etc., diese Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen.

nicht wichtig – dringend:
Hier sind alle Notwendigkeiten unseres Lebens angesiedelt, die nebenher mitlaufen, gemacht werden sollten, aber keine wesentliche Bedeutung für unser eigentliches Sein darstellen.
z.B.: Rechtzeitiges Überweisen der Stromrechnung, etc..

wichtig – dringend:
Entweder vom Quadrat „nicht wichtig – dringend“ aufgerückt oder ein wirklicher Notfall. Alles was hier einzuordnen ist, muss sofort und ohne Umschweife behandelt werden.
z.B.: Kind hat sich verletzt und muss sofort zum Arzt. Gesundheitliche und emotionelle Probleme. Hilfeleistung für einen nahestehenden Menschen. etc….

wichtig – nicht dringend:
Alles was hier angesiedelt ist, ist für uns selbst wichtig. Unsere Gesundheit, Erholung, jegliche zwischenmenschliche Beziehungen und unser ICH.
Da gerade in Bezug auf unser ICH selten Dringlichkeit vorherrscht, wird alles was hier angesiedelt ist gerne auf die lange Bank geschoben. „Wenn ich Zeit habe, dann werde ich ….. – nur für mich!“ oder „Das kann ich dann immer noch machen. Jetzt ist …. dringend!“
Warum ist das so? Warum vernachlässigen wir unser ICH?

Eine der Erklärungen ist, dass es in der heutigen Gesellschaft als egoistisch angesehen wird, wenn man seine ureigensten Interessen voranstellt. Egoismus ist was Negatives. Pfui!
Ein anderer Ansatz ist, dass es viel bequemer ist sich um Nebensächlichkeiten zu kümmern oder gar irgendein Thema herauszupicken und den Mangel an Zeit, für sich selbst, auf dieses „wichtige Thema“ zu schieben. So belügen wir uns selbst! Weil wir ja unsere Komfortzone verlassen müssten um etwas ändern zu können.

Ein weiterer Aspekt sind die äußeren Umstände. Wer nicht gestresst ist, ist faul! Wir brauchen ständig einen vollen Terminkalender, sonst können wir nicht dokumentieren, dass wir fleißig sind und gebraucht werden. Auch wenn wir es uns nicht eingestehen wollen, so unterliegen wir doch alle einem gewissen Maß an sozialen Druck. usw.

Es gibt sehr viele Ausreden warum wir uns nicht mit uns selbst beschäftigen können. Aber tun wir uns selbst dabei etwas Gutes? Wie werden wir in Zukunft unsere heutigen Entscheidungen einstufen? Können wir irgendwann auf ein erfülltes Leben zurückblicken und davon behaupten: „Genau so würde ich mein Leben nochmals leben!“?

Deshalb ist es wichtig, aber nicht dringend, Zeit dafür einzuplanen um dir einmal bewusst zu machen wie dein Leben aussehen soll. Was willst du noch alles tun, erreichen und erleben? Was ist für DICH wichtig?

Vergleich dazu auch – Der wichtigste Mensch.

Ein geeigneter Weg ist es zuerst einmal deine derzeitigen Themen zuzuordnen. Dazu kannst du eine leere Vorlage der Eisenhower-Matrix benutzen. So näherst du dich deinem ICH. Darauf basierend kannst du dir, im nächsten Schritt, deine individuelle Lebensplanung erstellen.

Natürlich ist eine Lebensplanung etwas Dynamisches. Du kannst sie jederzeit revidieren, wenn ein anderer Fokus in dein Leben tritt. Aber du solltest sie einmal schriftlich dokumentieren. Die Schriftform schafft ein gewisses Maß an Verbindlichkeit, dir selbst gegenüber und hat auch den Wert einer Dokumentation. Je mehr du dir dafür Zeit nimmst und je gewissenhafter du dies durchführst, desto größer ist dein Nutzen.

Lade dir hier, die Vorlage einer leeren Eisenhower-Matrix herunter, drucke diese aus und befülle sie mit deinen Themen. Nimm dir Zeit dazu, du musst es auch nicht auf einmal machen, aber schreibe wirklich all deine persönlichen Themen stichwortartig auf. Sollte der eine Ausdruck nicht reichen so verwende ein zweites, oder gar drittes Blatt.

Stell dir immer wieder die Frage: „Was tu ich so in meinem Leben und ist das wichtig und dringend für MICH?“. Versuche dabei möglichst ehrlich zu sein, sollte es dir schwerfallen so versuche die Rolle eines unparteiischen Beobachters einzunehmen. Bewahre deine Aufzeichnungen gut auf, notfalls korrigiere sie, du wirst sie für deine Lebensplanung nochmals hervorholen müssen.

Dies ist der erste Schritt in eine erfülltere, schönere Zukunft. Der erste Schritt in Richtung Lebensplanung.

Deine persönliche Standortanalyse!



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